Fürstenberger Porzellan

Fürstenberger Porzellan

Die Anfänge der Manufaktur bis etwa 1755

Als Gründungsdatum der Porzellanmanufaktur Fürstenberg wird der 11. Januar 1747  genannt. Am 29. Januar 1750 fand im neuen Brennofen der 1. Brand der noch unglasierten Ware statt. Dieser Brand enthielt 119 Stück, darunter Kaffeekannen, Teekannen, Spühlkummen, große und kleine Koppchen, Tassen mit Henkel, Blumentöpfe, Senfbüchsen, Handleuchter, Pfeifenköpfe, Stockknöpfe mit Figuren, Messerschalen mit Laubwerk, gleich verzierte Tabakdosen, runde und ovale Butterbüchsen, Salzfässer, große achteckige Salatschalen, ovale Bouillon- und Zuckerschalen. Alle diese Geschirre der ersten Brände waren entweder unbemalt oder auch blau und bunt bemalt. Dieser erste Brand dürfte aber nach heutiger Auffassung aber eher Frittenporzellan hervorgebracht haben.


Richtig interessant wird es in einer Auflistung aus dem Jahr 1752, in der von verschiedenen Massen berichtet wird, aus denen unterschiedliche Porzellane hergestellt und gebrannt wurden. Diese Porzellane wurden gesondert gezeichnet. u.a. „2 Teepotte mit A“ ,“ 2 Teepotte SB" sowie "No. 50 A Teetassen", "No. 50 B Tassen", "No. 50 C Zuckerschalen", "No. 19 A Obertassen".

Am 3. Dezember 1753 verfügte der Herzog von Braunschweig, dass ab sofort das „F“ als Markenzeichen auf dem Fürstenberger Porzellan zu verwenden sei. Erst im Jahr 1754 gelang es dann, Porzellan zu brennen, das den Herzog zufrieden stellte. Anhand der Aufzeichnungen im Manufakturarchiv kann man hochrechnen, dass im Jahr 1755 bereits 20.000 Porzellane gebrannt wurden.  In den Archiven findet man für die ersten Brände u.a. Angaben, dass Geschirre aus dem 1. Brand vom 1. Oktober 1753 mit dem Buchstaben „J“, die aus dem 2. Brand mit „K“ gekennzeichnet waren. Wobei wir Es ist anzunehmen, dass diese Zeichen eingeritzt oder eingepresst waren.

Das 1. Preisverzeichnis vom 6. August 1754 führt alles auf, was in der damals existierenden Schauhalle verkauft wurde. Aufgezählt werden 358 Geschirre und 620 Galanterien – alles war mittelgut. Aus dem Brandbuch von 1755 ist zu ersehen, wie vielfältig die Produktion zu dieser Zeit bereits war: Teeschalen, Ober- und Unterschalen, ordinäre, gerippte und »geriffte« Kaffee-, Tee- und Milchkannen, Spülkummen, Zuckerdosen, Teebüchsen; Ess-, Tee- und Kaffeelöffel, Teekessel, Zahnstocher-Etuis, runde Etuis, Figurenstockknöpfe, »poussierte Messerhefte, Espergis«, Toilettenkasten, hohe Leuchter, Geigen, glatte und poussierte Uhrgehäuse, gedrehte Terrinen, Schwammbüchsen, » Schwanenhalspfeife«, glatte Tabatieren, große und kleine Teller, Schokoladebecher, mit» Choquelade-Unterschalen «, dazu kamen Figuren, darunter wurden auch Affen aufgezählt. Vieles von dem, was hier aufgelistet ist, ist heute z.T. unbekannt, wie z.B. der Toilettenkasten: Niemand kann heute sagen, wie dieser ausgesehen hat.

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